Egel oder Ekel?

Wer sich etwas länger mit den therapeutischen (fast)"Alleskönnern" beschäftigt, findet sie bestimmt faszinierend und gar nicht ekelig!  Ich habe sehr großen Respekt vor diesen Tieren, denn sie sind immer wieder eine riesen Hilfe für meine 4-Beinigen Patienten.


Die Blutegel-Therapie und ihre therapeutische Wirksamkeit

In der Naturheilkunde zählt die Blutegeltherapie zu den ausleitenden Humoralverfahren und kommt einem kleinen Aderlass gleich. Das Geheimnis des Blutegels liegt in seinem Speichel verborgen, der sich aus mehr als 13 hochwirksamen Komponenten zusammensetzt. Der bekannteste Wirkstoff ist das gerinnungshemmende Protein Hirudin.  

Der Egel wird auf die gewünschte Stelle angesetzt

Ihr Tier bemerkt, wenn überhaupt, ein kleines Pieksen beim Biss des Egels. Der Speichel des Blutegels wirkt nun  gerinnungs- und entzündungshemmend, beschleunigt den Lymphstrom, sorgt für Entkrampfung der Gefäße, Entstauung und Entschlackung gestauter Entzündungsgebiete und somit für Schmerzstillung. Der Egel kann das ca. 5-Fache seines Eigengewichtes an Blut aufnehmen und ist dann ungefähr für 1 Jahr satt.  

Bedingt durch den Blutverlust werden Staugebiete abgebaut und mit ihnen Schlackenstoffe abgeleitet, was wiederum den Regenerationsprozess fördert. Durch die lokale Verdünnung des Blutes, ist ein Nachbluten von Vorteil und sogar erwünscht.
Die schmerzstillende Wirkung nach der Blutegelbehandlung hält oft Tage bis Wochen lang an.
Ein weiterer, beachteswerter Pluspunkt ist die sehr gute Verträglichkeit mit anderen therapeutischen Maßnahmen.



Blutegeltherapie ist empfehlenswert bei:  

  •  Sehnenentzündungen, Sehnenschäden
  • Nervenenzündungen
  • Akute Diskopathie (Hund)
  • Bluterguss, Blutohr, Quetschungen, Prellungen
  • Thrombosen
  • Arthrose (HD, ED)
  • Spondylositis, Cauda equina
  • Gleichbeinlahmheiten ( Pferd )
  • Abszessen, Furunkeln, Phlegmonen
  • Satteldruck, Bursitis, Gallen
  • Spannungskopfschmerzen
  • Hufrehe
  • Gelenkentzündungen
  • Podotrochleitis (Syn. Hufrolle).......

Eine Blutegeltherpie ist dann wirksam, wenn sie bei Indikationen eingesetzt wird, die sich bewährt haben. Auch sind die hilfreichen Co-Therapeuten nur bedingt zur Selbstmedikation geeignet, die Durchführung der Therapie sollte durch geschulte Tierheilpraktiker oder Tierärzte erfolgen.