Homöopathie bei Tieren

Die Homöopathie wird auch als Reiz- oder Regulationstherapie bezeichnet.  

Der Tierhomöopath versucht durch ein passendes homöopathisches Arzneimittel einen Impuls zu setzten, der die Lebenskraft wieder ins Gleichgewicht bringt, um dadurch die Krankheit mit all ihren Symptomen zu kurieren.

In der Homöopathie versteht man Symptome als Hinweise, die Aufschluss auf die dahinterstehende Störung geben. Man könnte es auch so beschreiben:
Symptome sind wie kleine Warnlämpchen, die alarmieren wollen, das eine Systemstörung vorliegt. Es wäre also unsinnig nur die Warnlämpchen auszuschalten, wenn sie aufleuchten. Es gilt zu ergründen was das ursächliche Problem ist und dieses dann zu behandeln. Oder mit einem anderen Bild gesprochen, geht es darum, den Nährboden, (also die Konstitution des Tieres), in sein Gleichgewicht zu bringen, so dass er für Unkraut, (nämlich die Krankheit) uninteressant wird.

Der homöopathisch arbeitende Tierheilpraktiker wird nun den Zustand seines Patienten mit allen hervorstechenden Symptomen, Modalitäten und individuellen Merkmalen im Gespräch mit dem Tierhalter  erfassen, das Tier untersuchen und eine psychologische Begutachtung vornehmen, um daraufhin ein passendes Arzneimittel in der richtigen Potenzierung zu verschreiben, welches in seinem Wirkmuster dem zuvor  entstandenen Bild möglichst ähnlich ist. Dies ist ein wichtiger Punkt! Das Ziel ist es, ein homöopathisches Mittel zu finden, welches dem gesamten Bild ähnlich ist und nicht nur einzelnen Symptomen.

Homöopathie ist keine (Gegen-)Therapie, bei der z. B.  ein Pferd mit Hautausschlag, Unruhe und Durchfall drei verschiedene Mittel erhält. Das Ziel ist immer die Krankheit als ganzheitliche, unteilbare und einzigartige Einheit zu erfassen und daraufhin ein korrespondierendes, homöopathisches Arzneimittel zu geben, welches diesem Gesamtbild so ähnlich wie möglich ist.  Ziel der homöopathischen Therapie ist nicht, die vorhandenen Krankheitssymptome zu unterdrücken, sondern den Organismus in die Lage zu versetzen, die Krankheit selbst zu überwinden. Das gilt für ganz akute, als auch für die chronischen Erkrankungen.

Die homöopathische Behandlung gehört zu den aufwendigsten Heilmethoden in der Naturheilkunde. Sie erfordert vom Therapeuten ein umfangreiches Wissen.
 

 

Ablauf einer homöopathischen Behandlung 

Am Beginn einer homöopathischen Behandlung steht v. a. bei chronischen Erkrankungen die ausführliche Erstanamnese, die bis zu zwei Stunden in Anspruch nehmen kann. In diesem Gespräch geht es darum, die Gesamtheit der chronischen bzw. akuten Symptome und Besonderheiten des Tieres zu erfassen.
Dieses Gespräch und die Untersuchung des Tieres führe ich in meiner Praxis oder in der gewohnten Umgebung des Tieres, z. B. im Stall durch. Diese Informationen bilden dann die Grundlage für die Auswahl des passenden homöopathischen Arzneimittels.  


Danach folgt die Auswertung.  Zunächst wähle ich die für die Repertorisation relevanten Symptome aus und finde dann durch systematische Analyse und Vergleiche mit der homöopathischen Materia Medica, das für das Tier passendste Arzneimittel heraus. Natürlich spielt auch Erfahrung und Gefühl mit!
Das Alter, Konstitution, sowie Schwere der Erkrankung Ihres Tieres,  entscheiden zusätzlich über die Wahl der Potenz (Stärke) des Arzneimittels, sowie die Häufigkeit der Arzneigabe. Nachdem das passendste Mittel gefunden ist, beginnt die homöopathische Therapie.

 

Wichtig für die homöopathische Behandlung Ihres Tieres

Machen Sie sich bitte Gedanken, seit wann Ihr Tier erkrankt ist, bzw. welche ersten   Symptome Sie bei Ihrem Tier bemerkt haben. Je genauer diese Informationen sind, umso sicherer kann das richtige Mittel gefunden werden!

  • Eine genaue Beschreibung der Hauptbeschwerden des Tieres, Schilderung, bisherigen Erkrankungen des Patienten
  • Eine Liste der eingenommenen Medikamente Tiermedizinische Befunde, Röntgenbilder, Laborbefunde usw. (falls vorhanden)
  • Impfpass, wenn vorhanden
  • Wodurch verbessert/verschlechtert sich zum einen das Allgemeinbefinden und zum anderen der Krankheitszustand des Tieres ? 
  • Gibt es tages-oder jahreszeitliche Veränderungen?
  • Beobachten Sie Auffälligkeiten im Verhalten
  • Eine genaue Beschreibung aller Besonderheiten, Gewohnheiten Ihres Tieres,Vorlieben und Abneigungen des Tieres
  • Ess-und Trinkverhalten. 
  • Haben Wärme oder Kälte, Feuchtigkeit, oder Wind einen Einfluss auf das Befinden Ihres Tieres?
  • Bevorzugt, oder vermeidet Körperlagen, Berührungen, Bewegung, oder bestimmtes Futter?